SV Empor Erfurt e.V.

B-Junioren : Spielbericht Verbandsliga St.1, 11.ST (2016/2017)

FC Saalfeld   SV Empor Erfurt
FC Saalfeld 1 : 6 SV Empor Erfurt
(1 : 6)
B-Junioren   ::   Verbandsliga St.1   ::   11.ST   ::   26.11.2016 (11:15 Uhr)

Spielstatistik

Tore

3x JG, Vincent Wilhelm, Yannick Elchlepp, KO

Assists

JG, Moritz Breithaupt, Philipp Zahn, MV

Gelbe Karten

JG

Gelb-Rote Karten

JG (72.Minute)

Torfolge

0:1 (6.min) - Yannick Elchlepp
0:2 (14.min) - JG (JG)
0:3 (19.min) - JG
0:4 (29.min) - Vincent Wilhelm (Moritz Breithaupt)
1:4 (30.min) - FC Saalfeld
1:5 (32.min) - KO (MV)
1:6 (36.min) - JG per Kopfball (Philipp Zahn)

Schlechteste Halbzeit der Saison

Zum 11. und letzten Spieltag der Hinrunde mussten wir zum FC Saalfeld, der sich aktuell auf einem Abstiegsplatz befand und weiter befindet. Diese Begegnung war leider von äußerst skurrilen Rahmenbedingungen begleitet, weil diverse Akteure auf dem und um das Spielfeld den Herausforderungen nicht annähernd gewachsen waren. Es ging schon mal mit der Platzbelegungsplanung los: ein vorhergehendes Spiel war zur vorgesehenen Anstoßzeit noch lange nicht zu Ende. Dann waren nicht alle Spielerpässe beim FC Saalfeld da und mussten erst beschafft werden. Im Ergebnis wurde unsere Begegnung mehr als 30 Minuten später angepfiffen. Dass wir hier wieder auf einem zu groß geratenen Kleinfeld spielen mussten, war hinzunehmen - so langsam haben wir uns in der Fremde darauf eingestellt.

Das Alleinstellungsmerkmal dieses Spiels bestand allerdings darin, dass wir von Anfang an, zumindest gefühlt, gegen 12 Mann spielen mussten. Der 12. Mann waren aber nicht die Fans der Saalfelder Jungs… – am Spielfeldrand herrschte eine sehr faire Atmosphäre.

Protagonist dieses Spiel war zweifelsohne der Schiedsrichter Jens Keller vom SV Stahl aus Unterwellenborn, einem kleinen Saalfelder Vorörtchen. Wir haben bisher, auch auf fremden Plätzen, in unseren Pflichtspielen durchgängig sehr gute Referees erleben dürfen, die ihrer Aufgabe auf Verbandsliganiveau auch gewachsen waren. Dass auch ein Schieri, gerade ohne Linienrichter, nicht alles erkennen kann, auch mal einen schlechten Tag hat, ist alles nachvollziehbar. Auch ein „bisschen Lokalcolorit“ kann man keinem verdenken. Aber das, was unsere Jungs hier erleben mussten, war ungeheuerlich.

Die 1. Hälfte wurde von uns durchgängig souverän bestimmt. Positiv hervorheben muss man aber auch das Spiel des FC Saalfeld, der immer versuchte, uns spielerisch zu begegnen und auf unkontrollierte Befreiungsschläge fast vollständig verzichtete. Man tauchte öfter in unserer Strafraumnähe auf. Allerdings wurde der FC Saalfeld, und das war offensichtlich, durch das „Dauergebrüll“ ihres Trainers massiv verunsichert. Eigentlich schade, denn in der Truppe steckt Potenzial. So erzielten wir in weitgehend regelmäßigen Abständen bis zum Halbzeitpfiff ein halbes Dutzend Tore. Der Gastgeber war mit einem für Arvid unhaltbaren Volleyknaller erfolgreich, ansonsten aber, wenn es mal schneller ging, sichtlich überfordert.

Aber bereits in der ersten Hälfte waren alle auf und neben dem Platz (außer denen, die davon partizipierten…) durchaus irritiert, weil der Schieri auffallend großzügig bei vielen irregulären Aktionen des Gegners „Gnade vor Recht“ ergehen ließ.

Die Krönung war ein klares Handspiel bei einer Rettungstat des Saalfelder Torhüters 10 Meter vor der Strafraumgrenze, wo ein Pfiff gleich ganz ausblieb. Ferner wurden regelmäßige taktische Fouls der Saalfelder (z.B. Festhalten über mehrere Meter – das konnte man gar nicht „übersehen“) in für uns aussichtsreichen Positionen, wenn überhaupt, mit Freistoß, aber nie mit einer eigentlich regelkonformen Verwarnung geahndet. Da das Ergebnis trotz vieler liegengelassener Chancen dem Spielablauf entsprach, hielt sich die Kritik unsererseits in Grenzen. Da war es am Ende des Spiels auch nur eine Randnotiz, dass im gesamten Spiel keine einzige Abseitsposition gepfiffen wurde (auch ein Novum, …dass man so ein Spiel mal erleben darf!), obwohl es reihenweise Abseitsstellungen gab.

Mit Anpfiff zur 2. Hälfte merkte man den Saalfelder Jungs an, dass sie nach diesem Zwischenstand nicht noch weiter untergehen wollten. Klasse Einstellung, gerade bei diesem Spielstand! Wir erarbeiteten uns zu Beginn zahlreiche gute Chancen, da war es nur eine Frage der Zeit, bis es das nächste Mal im Saalfelder Kasten klingelte. Ergo: Hier musste was passieren! Der Gegner hatte inzwischen auch gemerkt (oder gewusst…!?), dass der Schieri deren Aktionen mit wenigen Ausnahmen durchgehen ließ.

Die Zweikämpfe wurden von Saalfelder Seite nun überhart geführt, es wurde gezogen, gezerrt und getreten, ohne dass dies  vom Schieri, der sich i.W. im Mittelkreis aufhielt, angemessen unterbunden wurde. Stiegen unsere Jungs nur annähernd so ein, wurde sofort abgepfiffen. Den Saalfelder Spielern darf man aber keinen Vorwurf machen, auch wenn sie z.T. auch im Beisein des Schieris, verbal entgleisten. Sie haben nur die „Möglichkeiten“ genutzt, die ihnen geboten wurden.

Die endgültige Offenbarung war dann der Platzverweis für einen unserer Spieler, der bei einem Freistoß der Saalfelder in Mittelliniennähe bei dessen Ausführung vom Freistoßschützen angeschossen wurde. Obwohl er genau da stand, wo der Schieri  ihn vorher „hingestellt“ hatte und sich auch nicht bewegte, bekam er eine gelbe Karte. Unser Spieler war darüber so empört, dass er noch im Weggehen „eh Alter“ von sich gab. Wer mit Jugendlichen zu tun hat, weiß, dass das normaler Slang ist und nicht als beleidigend einzustufen ist. Der Schieri nahm das aber dankbar auf und zeigte gleich, sichtlich euphorisiert, noch Gelb-Rot hinterher.

Das Spiel an sich lief jetzt nur noch auf dem Niveau „Not gegen Elend“. Wir versuchten, ohne Blessuren und weitere Steilvorlagen für den Schieri dieses „Spiel“ einfach nur noch zu Ende zu verwalten und endlich heim zu fahren. Am Ende stand die schlechteste Halbzeit der Saison und das lag sicher nicht am Gegner. Der FC Saalfeld war um Ergebniskosmetik bemüht, aber es hat nicht gereicht. Am Schluss stand ein neuerlicher Kantersieg – Glückwunsch Jungs!

Es ist einfach schade, dass der Spielbericht in erster Linie aus einer Abhandlung über den Spielleiter besteht. Nach diesem glasklaren Sieg hätten wir eigentlich auch keinen Grund, uns über den Schiedsrichter Gedanken zu machen. Aber als Schieri ist man, ob man will oder nicht, gegenüber den jungen Männern, die hier Fußball spielen, zwangsläufig auch in einer moralischen Vorbildfunktion. Durch die objektive Autorität der Schieri-Position ist man gerade in einer besonderen Verantwortung, da man mit dem eigenen Agieren und der „Machtposition“, mit der man im Spiel automatisch ausgestattet ist, den Spielern auch Werte vermittelt. Dieser Verantwortung ist Herr Keller leider nicht gerecht geworden.

Nächste Woche kommt es zum Rückspiel gegen den FCC.  U.a. dank „fremde Hilfe“ am heutigen Tage können wir leider nicht mit voller Kapelle antreten. Trotz des Hinspielerfolges und unserer aktuellen Spitzenposition sind wir als Freizeitverein  wieder nur Außenseiter. Aber wir werden kämpfen, auch für die, die nicht mitspielen können bzw. dürfen!!!

 

Spielbericht von FC Saalfeld


Fotos vom Spiel


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