SV Empor Erfurt e.V.

B-Junioren : Spielbericht Verbandsliga St.1, 12.ST (2016/2017)

SV Empor Erfurt   FC Carl-Zeiss Jena II
SV Empor Erfurt 0 : 3 FC Carl-Zeiss Jena II
(0 : 0)
B-Junioren   ::   Verbandsliga St.1   ::   12.ST   ::   03.12.2016 (10:30 Uhr)

Spielstatistik

Torfolge

0:1 (51.min) - FC Carl-Zeiss Jena II
0:2 (71.min) - FC Carl-Zeiss Jena II per Weitschuss
0:3 (78.min) - FC Carl-Zeiss Jena II (Eigentor)

Schade! Chancen nicht genützt! Jena mit Glück

Zum Rückrundenauftakt empfingen wir in Hochheim die U 16 des FC Carl Zeiss Jena zum Spitzenspiel der Verbandsligastaffel 1. Nach unserem Hinspielsieg, damals unser „2. Vorbereitungsspiel, hatte sich die Mannschaft vorgenommen – weil inzwischen eingespielt-, von vornherein für klare Verhältnisse zu sorgen. Das hat in fast jeder Hinsicht auch geklappt, außer in der letztlich ergebnisrelevanten „Disziplin“, der Chancenverwertung.

Um es vorweg zu nehmen: wir verloren heute unsere weiße Weste mit einer deutlichen 0:3 Niederlage. Wenn man das gesamte Spiel betrachtet, ist das (mit der „Empor-Brille“) der Rubrik „So ist eben Fußball…!“ zuzuordnen. Die Platzverhältnisse waren äußerst grenzwertig, ein Problem mit dem sich beide Teams auseinander zu setzen hatten, ggf. für die „etwas leichteren“ Jenaer ein kleiner Vorteil.

Wir mussten heute neben unserem verletzten Vini Dank „Ostthüringer Hilfe“ des Saalfelders Schieris letzte Woche noch auf unseren zweiten etatmäßigen Stürmer Jasper verzichten.

Das Spiel war auf beiden Seiten durchgängig geprägt von einem eklatanten, fast nicht mehr zu steigernden Missverhältnis zwischen Aufwand/ Fähigkeiten und dem daraus erzielten Nutzen. Wir machten von Anfang an Druck auf den Gegner, waren spielerisch überlegen und erspielten uns Gelegenheit um Gelegenheit.

Im Prinzip war das Spiel eine Dublette der 1.Halbzeit von Saalfeld, aber mit 2 wesentlichen Unterschieden:

  1. Wir vergaben reihenweise schön heraus gespielte, hochkarätigste Chancen. Das war wirklich nicht mehr lustig. In Saalfeld haben wir aus ähnlich vielen Chancen 6 Tore bis zum Halbzeitpfiff gemacht. Die größtenteils angesichts des Gegners groteske Leichtigkeit, mit der wir uns zum Jenaer Tor durchkombinierten, animierte uns leider dazu, den Ball ins Tor tragen zu wollen. Schlussendlich „trafen“ wir auch noch freistehend vor dem Jenaer Tor das Aluminium.
  2. Jena war so überfordert, dass man sich häufig nicht anders zu helfen wusste, als den Ball einfach unkontrolliert vor zu bolzen. Auf der einen Seite sicher Instrumentarien, die einem Leistungszentrums sicher nicht zum Ruhm gereichen. Andererseits aber auch die oft einzige und vor allem richtige Entscheidung. Der FC Saalfeld hatte da letzte Woche allerdings filigraner agiert…

Bester Mann der Jenaer war deren Torwart Marius Franz, der durch ein super Stellungsspiel überzeugte und mehrfach in 1/1-Situationen in letztem Augenblick rettete. Arvid musste lediglich ein „Schüsschen“ fangen. Ansonsten kam Jena nur nach Standardsituationen in unseren Strafraum, aber nie zum Abschluss.

Nachdem in einer strittigen Situation unser Yannik vom von hinten mit beiden Beinen in ihn hinein springenden Gegner im Strafraum mustergültig gelegt wurde, blieb leider ein Pfiff aus. Hier aber den Grund für unsere Niederlage zu suchen, wäre bei diesem Spielverlauf ein absoluter Witz. Denn zur Halbzeit hätte (hätte, hätte…) es mindesten 4 oder 5:0 stehen müssen, wenn wir nur einen Bruchteil unserer Möglichkeiten genutzt hätten. So ging es mit einen für traurigen 0:0 in die Pause.

Zur 2.Halbzeit die nächste Hiobsbotschaft: Mit Yannik musste leider der nächste Stürmer krankheitsbedingt ausgewechselt werden. Wir spielten weiter, wie in der 1.Hälfte, leider auch mit gleicher Effizienz vor dem Tor. Da haben wir heute schlicht und ergreifend „traumhaft“ versagt!

Jena kam in der 48.Min. zum ersten ernst zu nehmenden Torschuss, der von Arvid mit Klasse Parade entschärft wurde.

Schon zur Halbzeit schwante es den Empor-Fans, dass dieses Spiel das Potenzial haben könnte, trotz der deutlichen Spiel- und Chancenverhältnisse aus heiteren Himmel auf den Kopf gestellt zu werden. Und leider kam es auch so. Den 2. Torschuss, eigentlich ein „Schüsschen“ von Luca Hagemann, das von dem bereits in die richtige Ecke fliegenden Arvid wohl gehalten worden wäre, wurde von unserer Abwehr abgefälscht und kullerte in die andere Ecke des Tores - 1:0 für Jena, dank eines Eigentores von Empor. Genau das hatte noch gefehlt…! Erst hatten wir (neben Unvermögen beim Tore erzielen) kein Glück, jetzt kam noch Pech dazu.

Wir spielten aber weiter, hatten genügend Möglichkeiten, blieben aber beim Chancenauslassen auch 100 %ig konsequent. Peinlich an dieser Stelle erwähnen zu müssen, dass Carl Zeiss jetzt aufreizend auf Zeit spielte. Der Torhüter wurde sogar dafür verwarnt. Grundsätzlich ist das zwar ein legitimes Mittel, allerdings mit dem wesentlichen Unterschied, dass wir hier aber gegen ein Leistungszentrum spielten!!! Dass man offensichtlich selbst auch der Meinung war, gegen eine Freizeitmannschaft auf solche „Spielchen“ zurückgreifen zu müssen, zeigte aber zweifelsfrei auch, wie man sich und die eigene Leistungsfähigkeit tatsächlich einschätzt.

In der 71.Min. dann auch wieder aus dem Nichts das 2:0 durch einen für David unhaltbaren, „Tor des Monats“ verdächtigen Sonntagsschuss in den linken Winkel. Jetzt war bei uns die Luft raus, was nach diesem Sammelsurium aus Pech und Unvermögen (Chancenverwertung!) auch irgendwo verständlich war. Das einzig Positive an diesem Treffer war, dass es der einzige der 4 Torschüsse im Spiel des FCC war, den dieser selbst erzielt hat – dafür aber ein wunderschönes. Denn das 3:0 für Jena erzielten wir wieder selbst, nachdem Arvid im Torraum einfach umgerissen wurde.

Am Ende standen wir, statt mit einem 6 oder 7:1 Sieg, der dem Spiel- und Chancenanteilen entsprochen hätte, nun mit leeren Händen und einer klaren Niederlage da. Weder dem insgesamt souverän agierenden Schiri Christian Fitzner und schon gar nicht dem FCC kann man hierfür die Schuld geben. Letzterer hat uns allerbeste Voraussetzungen geboten, hier ein weiteres Schützenfest zu feiern. Nur die Tore schießen müssen wir schon selber…!!!

Auf dem Papier ist sicher nur das Normale eingetreten: wir haben gegen ein Thüringer Leistungszentrum verloren. Wer 3:0 gewinnt, kann, so ist das nun mal im Fußball, die eigene Leistung immer positiv für sich interpretieren, selbst wenn das abgelieferte Gesamtpaket nicht annähernd dem entsprach, was man von einem Leistungszentrumsteam erwarten darf und meiner Meinung auch muss.

Trotzdem Glückwunsch an die Jungs von Carl Zeiss. Sie haben gekämpft, nie aufgesteckt und waren effektiv. Insofern ist der Sieg auch verdient – Punkt! Positiv ist trotz umkämpften Spiels auch die jederzeitige Fairness auf dem Platz und auf den Rängen zu erwähnen.

Für uns war dieses Spiel hoffentlich eine Lehrstunde dahin gehend, dass ein schwächerer Gegner allein nicht ausreicht, um ein Spiel siegreich zu gestalten. Wir müssen schon selbst einige unserer vielen Chancen nutzen, die ein Gegner reihenweise nicht in der Lage ist, zu verhindern.

Nach 13 siegreichen Pflichtspielen darf man sich aus Sicht der erfolgsverwöhnten Fans allerdings auch mal eine Niederlage erlauben!!! Glückwunsch an Empor für das gute, engagierte und alles in allem überlegene Spiel, mit Ausnahme – ich wiederhole mich-  der ergebnisrelevanten Faktoren…! Und passiert ist auch nichts, wir sind nach wie vor souveräner Tabellenführer und haben alles selbst in der Hand.

In 2 Wochen kommt mit der U 16 von RWE das nächste Schwergewicht im Viertelfinale des Thüringenpokals nach Hochheim. Hier werden wir gegen einen Gegner bestehen müssen, der auch stärker einzuschätzen ist, als unser heutiger Gegner. Gut, dass wir bis dahin nur an einer Sache feilen müssen….


Fotos vom Spiel


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