SV Empor Erfurt e.V.

B-Junioren : Spielbericht Thüringer Landespokal, VF (2016/2017)

SV Empor Erfurt   FC Rot-Weiß Erfurt II
SV Empor Erfurt 3 : 2 FC Rot-Weiß Erfurt II
(1 : 0)
B-Junioren   ::   Thüringer Landespokal   ::   VF   ::   17.12.2016 (10:30 Uhr)

Spielstatistik

Tore

Vincent Merkert, Moritz Breithaupt, Christopher Dam

Assists

JG, Yannick Elchlepp, Moritz Breithaupt

Torfolge

1:0 (9.min) - Moritz Breithaupt (Yannick Elchlepp)
2:0 (46.min) - Vincent Merkert (JG)
2:1 (47.min) - FC Rot-Weiß Erfurt II
2:2 (73.min) - FC Rot-Weiß Erfurt II
3:2 (75.min) - Christopher Dam (Moritz Breithaupt)

Sauber Jungs

Ausgerechnet zum Jahresausklang stand für uns die mit Abstand schwerste Herausforderung in 2016 auf der Tagesordnung: das TVF-Pokalviertelfinalspiel gegen die U 16 des FC Rot-Weiß-Erfurt. Wir spielten wetterbedingt  auf dem neuen Kunstrasen im Borntal, wo einige der heutigen Protagonisten das Fußball-ABC erlernt hatten.

Dabei trafen wir auf zahlreiche alte Bekannte, u.a. waren drei 2001er vor der Saison von Empor zu RWE gewechselt – immer wieder gerne…! Wir mussten leider verletzungsbedingt auf Hannes verzichten, der uns aber auf der „Osttribüne“ die Daumen gedrückt hat – an dieser Stelle nochmals gute Besserung vom Team. Aber unser Vini war endlich wieder mit am Start, ebenso Jasper, der letzte Woche noch schmerzlich vermisst worden war.

Die Rahmenbedingungen waren bei der „Rekordkulisse“ von fast 100 Fans und bestem Winterwetter optimal. Dieses Spiel hatte alles, was ein gutes, packendes und hochklassiges Pokalspiel zu bieten hat. Und um es vorweg zu nehmen: Wenn dieses Spiel nur eins nicht verdient hatte, dann war es ein Verlierer, darin waren sich alle nach dem Spiel einig.

Von Beginn an merkte man beiden Teams an, dass sie bis in die Haarspitzen motiviert waren. Wir wollten uns nicht gegen die „Ex-Kollegen“ blamieren. Die RWE-Jungs wollten das ebenso wenig. Außerdem war dies für sie das letzte Spiel vor der Winterpause und dem bei NLZ’s dann immer anstehenden „Kadercheck“.

Der taktischen Vorgabe des Trainerteams folgend begannen wir das Spiel erstmal abwartender als sonst, auch weil das Leistungspotential von RWE nach deren z.T. durchwachsenen Ergebnissen in der Liga (…nach der heutigen Leistung schlicht und ergreifend nicht nachvollziehbar!) für uns schwer abzuschätzen war.

Beide Teams versuchten sofort, den Gegner schon im Spielaufbau hoch anzulaufen und mit permanenten, aggressiven Pressing unter Druck zu setzen. Wir überließen RWE in deren Hälfte den Ball und versuchten bei Gelegenheit den ballführenden Außenverteidiger zu doppeln, nach Balleroberung schnell umzuschalten und in Richtung RWE-Tor zum Abschluss zu kommen. Das war heute gar nicht so einfach, weil die RWE-Abwehr sehr aufmerksam und schnell war und der Keeper Felix Nikolei ebenso wie Arvid auf unserer Seite ein hervorragendes Stellungsspiel zeigte und „fangsicher“ war.

In der 9. Min. setzte sich Yannick auf rechts außen wiederholt durch, passte quer in Strafraumhöhe zu Moritz, der seinen Gegenspieler stehen ließ und den Ball souverän im langen Eck des RWE-Kastens zum 1:0 versenkte. Wer unser Spiel letzte Woche miterlebt hatte, wähnte sich hier ggf. im falschen Film – erste Chance und gleich ein Tor – was war denn da los? Das Tor beflügelte uns. In der Folge hatte Jasper, der in der 1.HZ mit gigantischen Laufaufwand Druck auf die gegnerische Abwehr machte, „als gäb‘s  kein Morgen“, 2 weitere hochkarätige Chancen, einmal rettete der RWE-Keeper spektakulär, dann strich der Ball knapp am linken Pfosten vorbei.

Leider wurde uns in der Folge ein reguläres Tor wegen vermeintlicher Abseitsstellung vom ansonsten sehr guten Schieri Stefan Fricke aberkannt. Schade für uns, aber als „alleinunterhaltender“ Schieri kann sowas ganz einfach auch mal passieren.

RWE kam in der 28. Min. beim ersten Torschuss gleich zu einer Großchance durch unseren Ex-Empor-Kicker Kaoa Kahlef, dem gefährlichsten RWE-Spieler. Kurz vor der Pause dann noch eine weitere hochkarätige Einschussmöglichkeit für RWE, zum Glück für uns strich der Schuss über unser Tor.

Die Halbzeitpause war dann ein äußerst willkommenes Break in einem ausgesprochen intensiven Spiel. Auf dem kleinen Kunstrasen fighteten 2 Teams auf einem für Verbandsligaverhältnisse sehr hohem technischen, spielerischen und taktischen Niveau um jeden Zentmeter. Zeit und Platz zum Zaubern hatte hier keiner. Hier musste der Ball laufen und beiden Teams schafften es trotzdem, schnelle präzise Passstafetten vorzutragen. Das Spiel wogte in extrem kurzer Taktung hin und her. Empor kam dabei häufiger zum Abschluss und Chancen, auch weil RWE höher stand und dadurch mehr Räume anbot. Zeit zum Luft holen hatte hier keiner auf dem Platz. Wer nicht 100%ig bei der Sache war, bekam sofort Probleme.

Mit Anstoß zur 2. Hälfte merkte man, dass RWE den Spielstand schnellstmöglich korrigieren wollte. Der Gegner erarbeitete sich eine leichte optische Überlegenheit, kam aber zunächst nicht zum Abschluss. In der 46. Min. überlief dann Jasper bei einem Tempogegenstoß die indisponierte RWE-Abwehr und bediente den inzwischen eingewechselten Vini, der mit seinem ersten Ballkontakt „nur noch“ zum 2:0 einschieben brauchte.

Wer jetzt dachte, dass das „Spiel jetzt gelaufen wäre“, wurde sofort eines Besseren belehrt. Statt zu resignieren, zeigte RWE tolle Moral und rannte sofort weiter an. In der 47. Min. wurde Jan-Lucas Bärwolf bei einem Dribbling halblinks von unserer Strafraumgrenze zur Grundlinie nur „Begleitschutz“ gewährt. Nach dieser Schlafeinlage brauchte unserer Ex-Empor-Kicker Johannes Röse dessen Querpass ebenfalls „nur noch“ zum Anschlusstreffer zum 2:1 einschieben.

Es blieb also weiter spannend, insbesondere, weil es jetzt an unsere konditionellen Reserven zu gehen drohte. Wir erarbeiteten uns einige Möglichkeiten, die aber nicht zum dann wohl entscheidenden 3:1 genutzt wurden. RWE traf bei einem „doppelten 100%er“ aus kurzer Distanz unsere Latte und Tom Reißig köpfte den Abpraller dankenswerterweise unbedrängt in Arvids Arme. Nachdem der Kelch in dieser Situation noch einmal an uns vorüber gegangen war, erzielte Kaoa Kahlef in der 73.Min. den verdienten Ausgleich.

Jetzt war die Spannung „am Siedepunkt“. Waren wir in der Lage mental und vor allem körperlich jetzt nochmal einen Gang hochzuschalten, um das Spiel noch in der regulären Spielzeit zu unseren Gunsten zu entscheiden? Ja, waren wir…! Nur 2. Minuten später erkämpfte sich Kilian an der Mittellinie aus einem „Infight“ mit 3 Gegnern heraus irgendwie das Spielgerät und bediente Moritz, der halbrechts auf den inzwischen in den Angriff „versetzten“ Chris passte, welcher mit einem „Mörderhammer“ (Sorry, das war aber einer!) ins lange Eck den 3:2 Siegtreffer erzielte. Die Borntal-Arena bebte. Danach passierte nicht mehr viel und mit Abpfiff des souverän agierenden und sicher nicht kleinlich pfeifenden Unparteiischen lagen sich Empor-Spieler, Trainer und Fans in den Armen.

Wir haben uns heute gegen den mit Abstand stärksten Gegner dieser Saison durchgesetzt und hatten heute das Glück des Tüchtigen auf unserer Seite. Sicher, wir konnten wesentlich mehr Chancen verbuchen. Wie wir letzte Woche aber leidlich erfahren mussten, ist das aber ohne anschließenden Torerfolg lediglich der Rubrik „Brotlose Kunst“ zuzuordnen. Arvid musste zwar keine einzige Parade liefern, aber immer wachsam sein. Auch das Spiel stand trotz unserer zwischenzeitlichen 2-Toreführung immer auf der Kippe. Und wenn am Ende RWE als Sieger vom Platz gegangen wäre – und auch das wäre nicht unverdient gewesen-, hätten trotzdem beide Teams eine Leistung abgeliefert, auf die sie stolz sein können.

Unser Sieg heute entbehrt allerdings vor allem in der Gesamtbetrachtung der Spiele gegen beide Thüringer Leistungszentren innerhalb von 8 Tagen nicht einer gewissen Ironie. Denn wir haben heute gegen einen Gegner gewonnen, der gemessen an der heute (sicher auch tagesformabhängigen) gebotenen Leistung wesentlich höher einzuschätzen ist, als der jahrgangsgleiche FC Carl Zeiss Jena letztes Wochenende (…auch wenn uns natürlich klar ist, dass der FCC das besser kann). Im Vergleich der beiden Spiele lagen aber Welten dazwischen!

Letzte Woche haben wir nach einem im Vergleich zu heute deutlich dominanten Spiel eine durchaus als surreal einzustufende 0:3 - Schlappe hinnehmen müssen. Und heute haben wir einen bärenstarken RWE bezwungen. Aber wie wir bereits letzte Woche noch schmerzlich – und hier schließt sich der Kreis- feststellen mussten: So ist er eben, der Fußball…!

Glückwunsch an alle Spieler und das Trainerteam zum Weiterkommen. Ihr habt Euch alle von der ersten bis zur letzten Minute voll reingehangen und klasse Fußball gespielt. Die zahlreichen Fans und natürlich auch Ihr als Hauptdarsteller könnt dieses Spiel auf höchstem Verbandsliganiveau in bester Erinnerung behalten.

Eine kleine Anmerkung zu Schluss: Schon die Jenaer Spieler und Eltern letzte Woche, wie auch heute auf RWE-Seite, wiesen unermüdlich darauf hin, dass man sich ja hier mit  jahrgangsälteren Gegnern auseinander setzen musste. Mal abgesehen, dass wir viele junge 2000er sowie unseren Quoten- 2001er Denis im Kader hatten und damit der Altersunterschied überwiegend nicht größer ist als innerhalb eines Jahrgangs, stimmt es schon bedenklich, dass man sich als Leistungszentrum solcher Rechtfertigungsansätze glaubt bedienen zu müssen. Wir philosophieren ja auch nicht als Freizeitverein darüber, auf welchen konditionellen und athletischen Level sich unsere Spieler befinden würden, wenn sie über einen langen Zeitraum 8-10 Trainingseinheiten pro Woche (Sportschule mitgerechnet) unter besten Trainingsbedingungen absolviert hätten und zu welchen „Wundern“ sie dann wohl fähig wären…

Das Trainerteam wünscht frohe Festtage, Zeit zur Entspannung, Besinnung auf die wirklich wichtigen Dinge und dazu viele Lichtblicke im kommenden Jahr.

en absolviert hätten und zu welchen „Wundern“ sie dann wohl fähig wären…

Das Trainerteam wünscht frohe Festtage, Zeit zur Entspannung, Besinnung auf die wirklich wichtigen Dinge und dazu viele Lichtblicke im kommenden Jahr.


Fotos vom Spiel


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