SV Empor Erfurt e.V.

Niederlage im "Not gegen Elend"-Gipfel

Werner Rathmair, 10.04.2018

Niederlage im "Not gegen Elend"-Gipfel

Am letzten Sonntag reisten wir in die Tiefe Ostthüringens nach Eisenberg zum 16. Punktspiel. Nach Tabelle eine klare Sache, schließlich hatte der Gastgeber während der gesamten Saison überhaupt nur gegen den unmittelbaren Abstiegspartner FC Nord gepunktet. Der Rest der Liga hat hier jeweils sein Punkt- und Tore-Konto komfortabel aufgebessert. Diese Fakten schwangen wohl bei uns  maßgeblich mit, obwohl wir hier bereits letztes Jahr, zwar grottenschlecht gespielt, aber da allerdings nur durch katastrophale Schieri-Fehlentscheidungen verloren hatten und somit gewarnt gewesen sein sollten.

Um es vorweg zu nehmen: Was sich den Zuschauern heute hier darbot, hatte mit Verbandsligafussball nichts im Entferntesten zu tun. Während wir auf dem größeren Kleinfeld versuchten Fußball zu spielen, zeigte der Gastgeber mit der ersten Aktion, auf welchen Qualitätslevel dieses „Spiel“ ablaufen würde. Beim ersten Ballkontakt der Gastgeber nach einen unsauber ausgespielten Angriff von Empor (…was heute leider an der Tagesordnung war!) wurde der gleichmal „volle Kanne in die Botanik gekachelt“. Trotzdem muss man anerkennen, und zwar fasst über das ganze Spiel – und das ist die positive Version-, dass die Eintracht diesen „kompromisslosen Stil“ konsequent durchzog. Insofern auch taktisch eine zumindest ergebnisorientiert gute Ausrichtung aus der Erkenntnis der eigenen Möglichkeiten heraus.

Von Beginn an wurde klar, dass es hier nicht einfach werden würde. Insbesondere spielte Eisenberg sehr hart, mit vielen kleinen Fouls, die Schieri Fanselow, der hier offenbar gut bekannt war, warum auch immer, nicht ahndete und so einem tendenziell unfairen Spiel Tür und Tor öffnete. Freistöße bekamen wir (mit Ausnahmen) nur zugesprochen, wenn wir in unserem Drittel den Ball eroberten, und der Heimmannschaft durch unser Umschaltspiel Ungemach drohte.

Der Gastgeber kämpfte und kam auch zu guten Möglichkeiten, auch weil unsere Spieler nur noch zur Vermeidung von Verletzungen nach einer Viertelstunde fast ausschließlich mit angezogener Handbremse spielten, nachdem einige „unrunde Moves“ mit Fouls vom Schieri „übersehen“ wurden. Die Empor-Fans frotzelten schon frühzeitig, dass es hier nur darum gehen kann, alle Jungs gesund wieder mit heim zu nehmen.

Wir versemmelten unkonzentriert einige Chancen, scheiterten am gut aufgelegten Heimkeeper. In der 23. Min. dann das 1:0 aus heiteren Himmel für Eisenberg, für das so richtig keiner was konnte, weder der mit einer einmalig zu bestaunenden „Antischusstechnik“ agierende Torschütze, als auch Danny, der sonst sehr sicher agierte, und wohl selbst noch nie so ein lustiges Tor einstecken musste. Passiert!

Zur Halbzeit mussten wir dennoch froh sein, dass der Gastgeber nicht noch höher führte.

Die 2. Hälfte begann gleich mit einer guten Chance für Eisenberg, Danny parierte aber super. Nun wachten wir langsam auf, und nach schöner Kombination über mehrere Stationen veredelte unser Goalgetter Chris den präzisen Querpass von Jas zu 1:1. Leider versäumten wir nachzulegen. Philipp scheiterte u.a. mit einem tollen Freistoß am Keeper und  Chris traf nur den Pfosten, nachdem wir die Eisenberger Abwehr zur Abwechslung mal schwindlig gespielt hatten. Da merkte man einfach: Heute sollte es einfach nicht sein!

Zu allem Überfluss erzielt der Gastgeber im unmittelbaren Gegenzug noch das 2:1. Und dann kam das was kommen musste: Philipp musste schwer verletzt ausgewechselt werden, nachdem er von seinem Gegenspieler, auch wieder vom Schieri nicht geahndet, attackiert wurde. Eigentlich war es schon ein kleines Wunder, dass es 70 Minuten dauerte, dass dies passierte. Das dies nicht absichtlich verursacht und eher der Unbeholfenheit des Gegners geschuldet war, ist auch dabei kein Trost. Die Entstehung solcher Verletzungen ist normalerweise nur bei „spontanen Freizeitmatches“ zu erleben, wo alle mitbolzen dürfen…

Die Krönung seiner „Leistung“ lieferte der Schieri ab, als ein Eisenberger Stürmer, der Ball war weit weg, Danny brutal umtrat (mehr Tätlichkeit geht gar nicht) und dafür nur Gelb sah.

Jetzt wollten alle nur noch das Spiel unverletzt über die Zeit bringen. Am Ende trotzdem ein verdienter Sieg der Eisenberger. Sie haben gekämpft und wollten den Sieg. Glückwunsch. Nach dem Zustandekommen fragt am Ende keiner mehr. Tabellarisch spielt das Ergebnis ohnehin keine Rolle, bei uns geht weder nach Unten noch nach Oben bedeutendes, die Eintracht sitzt weiter abgeschlagen auf einem Abstiegsplatz fest.

Also Kopf hoch, es hätte in Hinblick auf den Krankenstand schlimmer kommen können. Ist traurig, ist aber so. Nächste Woche empfangen wir mit Meuselwitz einen spielstarken Gegner mit 11 Fußballern. Egal wie es ausgeht, wir werden auf jeden Fall mehr Spaß haben als heute. Denn das braucht kein Mensch…


Quelle:Thomas Zahn


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