SV Empor Erfurt e.V.

Klasse Leistung trotz unglücklicher 1:2 gegen Tabellenführer

Werner Rathmair, 14.05.2018

Klasse Leistung trotz unglücklicher 1:2 gegen Tabellenführer

Klasse Leistung trotz unglücklicher Niederlage gegen Tabellenführer

Am vorletzten Spieltag empfingen wir den Spitzenreiter JFC Gera, der seit Saisonbeginn an der Tabellenspitze unangefochten und einsam seine Kreise zieht. Unsere schier endlose Liste an Abgängen, Verletzten und Verhinderten erweiterte sich heute familiär bedingt um unseren Abwehrchef Mattis. Unsere Trainer konnten es sich heute wahrscheinlich selbst nicht erklären, wie es passieren konnte, dass doch 12 aufrechte Emporianer in die Hochheim-Arena einmarschierten. Von der Empor-Startelf, die letzte Saison den JFC in beiden Spielen locker hinwegfegte, waren gerade noch 3 Spieler dabei. Vielen Dank insofern (wieder mal…) an unsere B-Junioren, die uns auch heute zahlreich unterstützten.

Der JFC hatte letzte Woche überraschend in Rudolstadt eine „kleine Klatsche“ einstecken müssen. Insofern hatten die Geraer Jungs Wiedergutmachung auf dem Zettel. Der JFC hatte sich die Saison mit 3 jüngeren Männern aus Afrika verstärkt, allesamt tolle Fußballer, die heute nicht nur in den spielentscheidenden Szenen den Unterschied machten.

Und so entspann sich von Beginn an ein munteres Spielchen. Dass wir bei diesen Ausgangsvoraussetzungen faktisch nichts zu verlieren hatten, war offensichtlich nicht nachteilig, den wir spielten die gesamten 90 Minuten durchgängig auf Augenhöhe.

Gera schaffte ein leichtes optisches Übergewicht, was auch durch deren läuferische und athletische Vorteile zu erwarten gewesen war. Während wir unsere Pflichtspiele weitgehend ohne Training absolvieren, nimmt man den Wettbewerb in den Spitzenmannschaften der Mittelzentren, so auch in Gera, auch im A-Junioren-Bereich noch ernster und trainiert verbandsligaadäquat.

Trotzdem kam Gera in der gesamten ersten Hälfte zu keiner nennenswerten Chance. Die Angriffe waren einfach zu verteidigen, da fehlende Präzision, Schnelligkeit und Einfallslosigkeit es unserer sehr aufmerksamen Abwehr mit Paul, Falk, Denis und dem heutigen Abwehrchef Benny nicht allzu schwer machten. Tobi spielte clever mit und pflückte die Notflanken und Flugbälle sicher weg. Richtig brenzlig wurde es nie.

In der 25 Min. dann der erste Höhepunkt des Spiels, als es für die Geraer Abwehr zu schnell ging und im Ergebnis einer Kurzpassstafette über mehrere Stationen – ohne „Einwirkung des Gegners“-, ausgehend von Kilian ein Pass steil zu Moritz durchgesteckt wurde. Dieser lief frei auf den Geraer Keeper Diaby zu, der die 1:1-Situation in starker Manier für sich entschied.

Der nächste „Höhepunkt“, wenn man das so sagen darf, war die Auswechselung der Geraer Torjägers Urban--immerhin 47 (!!!) Tore bis heute-, der von Benny vollkommen abgemeldet war, gefühlt so gut wie keine Ballberührung verzeichnete, weil Benny immer einen Tick schneller und cleverer war und letztlich vollkommen resigniert den Platz verließ. Glückwunsch Benny – damit hast du sicher ein Alleinstellungsmerkmal in der Liga J

Chris hatte noch 2 Hochkaräter auf dem Fuß, einmal scheiterte er in einer ähnlichen Situation wie vor ihm Moritz am Geraer Keeper (42. Min.) und kurz vor Abpfiff hatte er Pech, dass sein Heber, den alle schon im Gästetor sahen dann doch noch knapp an langen Pfosten vorbeistrich. Ein Führung von Empor wäre aufgrund der deutlichen Chancenvorteile trotz der leicht höheren Spielanteile der Gäste durchaus verdient gewesen.

In der 2. Hälfte wogte das Spiel hin und her. Unser „Nesthäkchen“ Delawar wirbelte das ein ums andere Mal die Gegner durcheinander und war nie zu stellen, insbesondere eröffnete er heute, auch wenn nicht immer alles klappte, mit vielen tollen Pässen erfolgsverheißende Angriffszüge – klare Sache von „Kleiner Mann ganz groß“!!!

Chancen gab es jetzt auf beiden Seiten. Durch die Einwechslung des Stürmers Diallo konnte auch Gera mittlerweile gute Chancen für sich verzeichnen und ging in der 56 Min. durch diesen nicht unverdient in Führung. Nach einer erneut versemmelten Großchance vor dem Geraer Tor kassierten wir im Gegenzug in der 77. Min. das 2:0 durch Sanneh. Sicher zu diesem Zeitpunkt etwas zu viel des Guten, aber Fußball ist eben kein Wunschkonzert…!

Die Empor-Jungs zeigten aber Moral und machten weiter Druck nach vorn. In der 86. Min. vernaschte Delawar gleich 3 JFC-Kicker an der rechten Außenfahne und bediente Moritz mit einer mustergültigen Flanke, die dieser auf Chris ablegte, der dem Geraer Keeper diesmal keine Chance lies und auf 1:2 verkürzte.

Es war nun in der  Folge die Frage, ob man sich drüber ärgern oder (als Underdog) eher drüber freuen sollte: Der Tabellenführer bekam gewaltiges Nervenflattern und die JFC-Spieler als auch die Betreuer erinnerten sich ununterbrochen und lautstark gegenseitig daran, doch ja auf Zeit zu spielen. Absolut legitim und am Ende hat es für den Gast auch zum Sieg gereicht, auch weil wir kurz vor Schluss noch den „Big-Point“ liegen ließen, als eine Eingabe von Vince einem Meter vor dem Geraer Tor durch den Strafraum an Freund und Feind vor der Nase her trudelte, es aber keiner schaffte, das Spielgerät über die Linie zu drücken.

Unterm Strich aber ein nicht unverdienter Sieg für den Gast, der in der 2. Hälfte auch seine guten Möglichkeiten hatte und insgesamt über die höheren Spielanteile verfügte – Glückwunsch nach Gera! Es war ein faires Spiel beider Teams.

Für den außenstehenden Betrachter stellte sich allerdings nach diesem Spiel auch die Frage, warum der JFC, wenn man diesen Auftritt als Maßstab ( aber das war er sicher nicht…) nimmt, die Staffel zumindest aus Ergebnissicht so klar dominiert: Ist der JFC so gut oder ist die Gegnerschaft so schwach…? Ist letztlich auch müßig, drüber zu philosophieren, den die Wahrheit steht in der Tabelle :-) 

Auf jeden Fall war es trotz der Niederlage eine klasse Leistung der ganzen Empor-Mannschaft und jedes einzelnen Spielers – Glückwunsch Jungs!


Quelle:Thomas Zahn


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